Turmalin: Farben, Eigenschaften und Bedeutung des Steins
Share
Lesezeit: 7 Minuten
Der Turmalin ist kein einzelner Stein, sondern eine ganze Gruppe von Mineralen, die alle gleich aufgebaut sind. Kaum ein Edelstein kommt in so vielen Farben vor: von farblos über Rosa, Grün und Blau bis Schwarz, manchmal mehrere in einem Kristall. Er hat die Mohs-Härte 7 bis 7,5 und ist zusammen mit dem Opal ein Geburtsstein des Oktobers.
Der Turmalin wurde jahrhundertelang für einen Rubin, einen Smaragd oder einen Saphir gehalten, je nach Farbe. Dieser Guide erklärt, was den Turmalin ausmacht, welche Farben es gibt und warum holländische Händler ihn „Aschenzieher“ nannten.
Was ist ein Turmalin?
Der Turmalin ist laut Wikipedia eine Gruppe von Mineralen aus der Klasse der Silikate, die alle den gleichen strukturellen Aufbau haben. Je nachdem, welche Elemente eingebaut sind, etwa Eisen, Magnesium oder Lithium, entsteht ein anderes Mitglied der Gruppe mit anderer Farbe.
Turmaline bilden oft lange, gestreckte Kristalle mit glasartigem Glanz und typischen Streifen entlang der Seiten. In seltenen Fällen werden Turmalinkristalle mehrere Meter lang. Sie kommen weltweit in vielen Gesteinen vor und gelten als die häufigsten Borsilikate der Erdkruste.
| Mineral | Turmalingruppe, Ringsilikate |
| Mohs-Härte | 7 bis 7,5 |
| Dichte | 2,82 bis 3,32 g/cm³ |
| Farben | farblos, rosa, rot, gelb, braun, grün, blau, violett, schwarz |
| Besonderheit | lädt sich bei Wärme und Druck elektrisch auf |
| Geburtsmonat | Oktober |
Werte nach Wikipedia.
Welche Farben hat der Turmalin?
Turmaline gehören laut Wikipedia zu den Mineralen mit den meisten Farbvariationen. An einem einzigen Kristall können Zonen verschiedener Farben auftreten. Außerdem wirkt die Farbe je nach Blickrichtung heller oder dunkler.
Für viele Farben gibt es eigene Namen:
| Name | Farbe |
|---|---|
| Rubellit | rosa bis rot |
| Verdelith | grün |
| Indigolith | blau |
| Paraiba-Turmalin | blaugrün, kupferhaltig |
| Achroit | farblos |
| Schörl | schwarz |
| Wassermelonen-Turmalin | rosa Kern, grüner Rand |
| Mohrenkopf-Turmalin | hell mit schwarzer Spitze |
Als Geburtsstein des Oktobers ist meist der rosa Turmalin gemeint, der zur Farbe des Monats passt. Übrigens ist der zentrale „Rubin“ der Wenzelskrone aus dem 14. Jahrhundert laut Wikipedia in Wahrheit ein roter Turmalin.
Warum zieht ein Turmalin Asche an?
Turmaline haben eine seltene Eigenschaft: Werden sie erwärmt oder gedrückt, laden sich die gegenüberliegenden Enden eines Kristalls elektrisch entgegengesetzt auf. Bei Wärme heißt das Pyroelektrizität, bei Druck Piezoelektrizität.
Laut Wikipedia brachten Holländer 1703 einen Edelstein aus Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, nach Europa, der erhitzt Asche anziehen konnte. Sie nannten ihn deshalb „ashentrekker“, Aschenzieher. Erst 1756 bewies der Physiker Franz Ulrich Theodor Aepinus, dass dahinter eine elektrische Ladung steckt.
Wie hart ist ein Turmalin?
Der Turmalin hat auf der Mohs-Skala die Härte 7 bis 7,5 und ist damit ungefähr so hart wie Quarz. Er ist härter als Opal und Mondstein, aber weicher als Topas, Rubin oder Saphir.
Im Alltag bedeutet das: Ein Turmalin ist robust genug für Ketten, Ohrringe und auch Ringe. Aufbewahren sollte man ihn trotzdem getrennt von härteren Steinen, damit er keine Kratzer bekommt.
Woher kommt der Name Turmalin?
Der Name wird laut Wikipedia in Europa seit etwa 1700 verwendet und stammt vom singhalesischen Wort „thuramali“. In Ceylon bezeichnete man damit allerdings verschiedene bunte Steine, nicht nur Turmaline.
Der schwarze Turmalin war in Europa schon früher bekannt: Er wurde im Erzgebirge zusammen mit Zinnstein gefunden und hieß dort Schörl, ein Name, der vermutlich schon vor dem Jahr 1400 gebräuchlich war. Erst 1772 erkannte man, dass Schörl, die bunten Steine aus Ceylon und einige Edelsteine aus Brasilien verwandt sind.
Turmaline in der Bundesliga
Die Meisterschale der Fußball-Bundesliga ist laut Wikipedia mit 21 Turmalinen besetzt. Auch der DFB-Pokal trägt Turmaline.
Welche Bedeutung hat der Turmalin?
Als Geburtsstein des Oktobers steht der Turmalin zusammen mit dem Opal traditionell für Kreativität und Hoffnung. Er gilt für alle, die im Oktober geboren sind, also für Waage und Skorpion dieses Monats. Die Übersicht aller Monatssteine steht im Guide zu den Geburtssteinen.
Häufig wird gefragt, wofür der Turmalin „gut“ ist. Eine nachgewiesene Wirkung auf Körper oder Gesundheit gibt es nicht. Technisch genutzt wird der Turmalin dagegen schon lange: früher als Polarisationsfilter in Fotografie und Mikroskopie, heute wegen seiner elektrischen Eigenschaften auch in der Elektronik.
Schmuck mit dem Stein des eigenen Geburtsmonats gibt es in unserer Kollektion Geburtsstein Kette.
FAQ zum Turmalin
Für was ist der Turmalinstein gut?
Als Schmuckstein ist er wegen seiner vielen Farben und seiner Härte beliebt. Eine nachgewiesene Heilwirkung hat er nicht.
Für welches Sternzeichen steht der Turmalin?
Als Geburtsstein des Oktobers passt er zu Waage und Skorpion, die im Oktober geboren sind.
Wie erkennt man einen echten Turmalin?
Für Laien ist das schwer, weil Turmaline in so vielen Farben vorkommen und anderen Steinen ähneln. Sicherheit gibt bei wertvollem Schmuck nur ein gemmologisches Gutachten.
Wer sollte Turmalin tragen?
Traditionell alle, die im Oktober geboren sind. Wegen seiner Farbvielfalt passt er aber zu jedem, der eine bestimmte Farbe liebt.
Fazit: Der Turmalin ist eine Mineralgruppe mit mehr Farben als fast jeder andere Edelstein, der Mohs-Härte 7 bis 7,5 und einer seltenen elektrischen Eigenschaft. Zusammen mit dem Opal ist er der Geburtsstein des Oktobers.